Benutzerhinweise für die Familienforschung
Erste Orientierung
Das Institut für Stadtgeschichte verwahrt zahlreiche Quellen, die für die Frankfurter Familien- und Personengeschichte von Interesse sein können.
Es empfiehlt sich, zunächst alle mündlich überlieferten Informationen innerhalb der Familie zu sichern und vorhandene Unterlagen zu sichten (z. B. Urkunden, Familienstammbücher, Briefe oder Fotos). Je mehr Angaben zu den gesuchten Personen vorliegen, desto gezielter und aussichtsreicher kann recherchiert werden.
Im Archivinformationssystem Arcinsys können Sie selbst nach Archivalien zu Ihrem Thema recherchieren. Eine Registrierung ist nicht für Recherchen, jedoch für Bestellungen erforderlich. Bitte beachten Sie die auf unserer Webseite zur Verfügung gestellten Anleitungen zu unseren Online-Recherchedatenbanken Arcinsys und unserer Bibliotheksdatenbank.
Sofern Unterlagen und Informationen selbständig recherchierbar sind oder die gewünschten Archivalien in den Lesesaal bestellt werden können, können Recherchen aus Kapazitätsgründen leider nicht vom ISG durchgeführt werden.
Auf der Webseite des Lesesaals finden Sie alle benötigten Informationen zu einem Besuch bei uns sowie zur Bestellung von Archivalien.
Für die Erstellung beglaubigter Kopien von Personenstandsunterlagen oder der Ermittlung von Meldedaten fallen Gebühren an. Die Kosten für eine Recherchedienstleistung richten sich nach der Gebühren- und Entgeltordnung des Instituts und betragen 10,00 € pro angefangene 10 Minuten Recherchezeit und 3,00 € pro Beglaubigung, zuzüglich Porto- und Kopierkosten. Das in Vorkasse zu leistende Entgelt muss auch bei einem negativen Rechercheergebnis beglichen werden. Die Entgeltordnung finden Sie unter Kosten & Recht.
Bitte geben Sie bei Anfragen neben dem Nutzungszweck immer Ihren Namen, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer sowie - wenn vorhanden – Ihre E-Mail-Adresse an, sowie alle Ihnen bekannten Informationen zur gesuchten Person (Vor- und Nachnamen - auch frühere -; Lebensdaten, frühere Adressen, Berufsbezeichnung, ggf. Namen der Ehepartner/ Kinder/ Eltern). Bitte schicken Sie uns eine E-Mail oder kontaktieren Sie uns brieflich unter Institut für Stadtgeschichte, Münzgasse 9, 60311 Frankfurt am Main.
Quellen und weitere Recherchehilfsmittel
Nachfolgend sind die für genealogische oder personenbezogene Nachforschungen am häufigsten verwendeten Quellen in chronologischer Reihenfolge aufgeführt. Am Ende finden Sie eine Auflistung von Recherchehilfsmitteln im Internet.
Bürgerbücher
In den seit 1311 geführten Bürgerbüchern (Bestand H.02.17) sind alle Personen aufgeführt, die den Bürgereid abgeleistet haben. Zu den Beisassen, die einen geringeren Rechtsstatus als Bürger besaßen, sind Aufzeichnungen von 1778 bis 1849 vorhanden.
Sowohl Bürgerbücher als auch Beisassenbücher (ebenfalls Bestand H.02.17) sind digitalisiert und können online in Arcinsys eingesehen werden. Das gilt auch für ein Verzeichnis der mit Zustimmung des Rates weggezogenen Bürger 1562-1635, ein Verzeichnis der für eine gewisse Zeit als Bürger aufgenommenen Personen 1598-1684 sowie ein Advocaten-Eidbuch 1814 - 1866. Eine Anleitung zur Recherche finden Sie hier sowie rechts unter DOWNLOADS.
Juden konnten bis ins 19. Jahrhundert hinein nicht das Bürgerrecht erwerben. Erst 1812 wurde im Zuge der Reformen im Großherzogtum Frankfurt auch den jüdischen Einwohnern das Bürgerrecht gewährt. Ein Verzeichnis dieser ersten jüdischen Bürger ist vorhanden, ebenso die Jüdischen Bürgerbücher 1824-1849, ein Eidbuch israelitischer Advokaten 1825-1848, ein Verzeichnis der jüdischen Gemeinde 1810 sowie ein Register des Bevölkerungsstandes der israelitischen Gemeinde am Jahresbeginn 1817. Auch diese Verzeichnisse sind als Teil des Bestandes H.02.17 digitalisiert und können online in Arcinsys eingesehen werden.
Tauf-, Proklamations-, Heirats- und Totenbücher
Die Erfassung von Taufen, Heiraten und Beerdigungen in Frankfurt beginnt 1533 mit der Buchführung des Allgemeinen Almosenkastens. 1533 werden zunächst Taufbücher (Bestand H.13.51) und Heiratsbücher (Bestand H.13.52) angelegt, 1565 auch Totenbücher (Beerdigungen) (Bestand H.13.53) und 1603 Proklamationsbücher (Aufgebote) (Bestand H.13.54). Während in den Büchern bis 1814 zumeist nur Protestanten erwähnt wurden, setzte danach eine überkonfessionelle Erfassung der Geburten, Heiraten und Todesfälle ein.
Die Bücher zu den Taufen bzw. Geburten 1533-1850, zu den Todesfällen 1565-1850, zu den Proklamationen 1603-1851 und den Heiraten 1533-1848 sind digitalisiert und können online in Arcinsys eingesehen werden. Eine Anleitung zur Recherche finden Sie hier sowie rechts unter DOWNLOADS.
Zu beachten ist, dass die ältesten Bücher nur bedingt durch Register erschlossen sind. Alphabetische Register wurden in den ersten 100 Jahren nur sporadisch geführt und zum Teil nach Vornamen sortiert. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts setzte sich die Sortierung nach Nachnamen durch.
Beerdigungsbücher
Im Bestand A.67 (Grünflächenamt) sind die Beerdigungsbücher des Hauptfriedhofs für die Jahre 1828 bis 1963 in Arcincys online einsehbar. Die Nutzung erfolgt über die Registerbände, die nach Nachnamen recherchierbar sind. Ab 1912 sind die Beerdigungsbücher getrennt nach Erd- und Urnenbestattungen angelegt worden. Urnenbestattungen sind in den Registerbänden mit roter Schrift gekennzeichnet.
Für die übrigen Friedhöfe wurden dem ISG vom Grünflächenamt nur Bände ab 1944 bis in die 1970er Jahre abgegeben, abhängig vom jeweiligen Friedhof. Auch diese Beerdigungsbücher können online recherchiert werden.
Weitere Friedhofsbücher verweisen auf Kriegsopfergräber aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie auf Gräber von Opfern des Nationalsozialismus.
Adressbücher
Adressbücher mit Nennung aller Haushalte der Stadt Frankfurt am Main gibt es seit 1834, Adress- und Gewerbeverzeichnisse seit 1797. 1944 bis 1948 wurden keine Adressbücher gedruckt. Die letzte gedruckte Ausgabe des Frankfurter Adress- bzw. Telefonbuches erschien 2003.
Die Frankfurter Adressbücher von 1834 - 1943 sind digital verfügbar über die Universitätsbibliothek. Lückenhafte Digitalisate der Adressbücher von 1797-1977 sind auch in Genwiki zu finden. Im Lesesaal des ISG können die Adressbücher ab dem Jahrgang 1868 bis 2003 als Mikrofiches eingesehen werden. In der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt ist das Frankfurter Adressbuch ab 1972 auch als Druckausgabe benutzbar.
Recherchen sind unter anderem nach Einwohnern, Hauseigentümern, Straßennamen, Gewerbetreibenden und Behörden möglich. Es sind auch die Berufe der Haushaltsvorstände angegeben. Bis 1980 werden nur die Namen der Haushaltungsvorstände bzw. der Hauptmieter aufgeführt, erst ab ca. 1980 werden bei Eheleuten beide Partner dokumentiert.
Personenstandsunterlagen
Die Dokumentation von Geburten, Heiraten und Sterbefällen durch Zivilstandregister setzte in Frankfurt 1849 (Heiratsregister) bzw. 1851 (Geburts- und Sterberegister) ein. 1874 wurden diese Bücher nach dem Inkrafttreten des Personenstandsgesetzes als Personenstandsbücher weitergeführt. Die älteren Personenstandsregister (für Frankfurt und die damaligen Vororte) hat das Institut für Stadtgeschichte bereits übernommen. Nach Ablauf der gesetzlichen Fortführungsfristen aus dem Personenstandsgesetz (Geburten: 110 Jahre, Heiraten: 80 Jahre, Sterbefälle: 30 Jahre) werden die Register von den Standesämtern Mitte und Höchst regelmäßig an das Institut für Stadtgeschichte abgegeben. Bitte entnehmen Sie weitere Informationen zur Verfügbarkeit von Unterlagen beim ISG oder der Zuständigkeiten von Standesämtern insbesondere bei ehemaligen Vororten der Bestandsbeschreibung in Arcinsys oder Hessische Geburten-, Ehe-, Sterberegister.
Für die Suche in den Standesamtsunterlagen benötigen Sie mindestens den Nachnamen sowie einen eingrenzbaren Zeitraum, falls das genaue Datum unbekannt ist. Ein Großteil der Personenstandsbücher wurde bereits digitalisiert und ist über Arcinsys und das Hessische Geburten-, Ehe-, Sterberegister einsehbar. Anleitungen zur Recherche finden Sie rechts unter DOWNLOADS.
Aus rechtlichen und konservatorischen Gründen können Personenstandsunterlagen nicht im Lesesaal vorgelegt werden. Bitte stellen Sie uns bei Bedarf eine schriftliche Anfrage (siehe Abschnitt Erste Orientierung).
Meldeunterlagen
Aufgrund von Kriegseinwirkungen sind die Frankfurter Meldeunterlagen aus dem Zeitraum 1870 bis 1945 nur zu circa 50% erhalten.
Die ersten, 1868 nach der Eingliederung Frankfurts in den preußischen Staatsverband eingeführten Meldekarten wurden bis ca. 1932 geführt. Sie werden heute als Nullkartei bezeichnet (Bestand A.12.02). Da der Bestand zum Teil noch den Schutzfristen des Hessischen Archivgesetzes unterliegt, kann eine Auswertung derzeit nur durch die Mitarbeiter des Hauses erfolgen. Die Karteikarten liegen bereits in digitalisierter Form vor. Eine Online-Stellung der nicht mehr geschützten Karteikarten ist in Bearbeitung.
In der Zeit von 1930-1932 wurde die Systematik der Meldeunterlagen allmählich geändert. In der Nullkartei wurden die Meldekarten noch nach dem Namen des Haushaltsvorstandes bzw. einer ledigen Person angelegt. Die Karteikarten enthalten Angaben zum Beruf, zur Ehefrau, zu Kindern sowie Wohnadressen (inklusive Zuzugs- und Wegzugadresse). Neben Lebensdaten (ggf. auch Heirats- und Sterbedaten) sind Familienstand, Religion und Staatsangehörigkeit angegeben.
Von ca. 1930 bis 1945 wurden Hausstandsbücher, geordnet nach Straßennamen und Hausnummern, geführt (Bestand A.12.03). Diese erfassen in chronologischer Reihenfolge die Zu- und Wegzüge sowie die gewohnten Meldeinformationen. Da der Bestand zum Teil noch den Schutzfristen des Hessischen Archivgesetzes unterliegt und zudem aus konservatorischen Gründen gesperrt ist, kann eine Auswertung nur durch die Mitarbeiter des Hauses erfolgen. Um in den Hausstandsbüchern recherchieren zu können, benötigen wir immer die Frankfurter Wohnadresse(n) der Person(en) zu dieser Zeit. Ob ein Hausstandsbuch zu einer Adresse in unserem Bestand vorhanden ist, können Sie in Arcinsys in der Suchmaske Erweiterte Suche prüfen. Klicken Sie auf „Folgende Auswahl“, geben unsere Archivsignatur ein (ISG FFM....) und als Bestandssignatur „A.12.03“. Unter „Suchwörter“ tragen Sie dann den jeweiligen Straßennamen ein. Die direkte Suche nach einzelnen Hausnummern ist für diesen Bestand nicht möglich.
Die Meldeunterlagen der Frankfurter Vororte aus der Zeit vor der Eingemeindung sind bis auf Karteien für den Stadtteil Bergen-Enkheim, Harheim, Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach (alle beim Bürgeramt) sowie Melderegister für den Stadtteil Kalbach (Bestand A.90.07 und eine nach Wohnadressen angelegte Kartei beim Bürgeramt) nicht überliefert.
Ab 1945 bis 1965 liegen dem Institut Einwohnermeldeinformationen vor, wenn die gesuchten Personen bis 1965 verstorben oder aus Frankfurt weggezogen sind. Diese Meldekartei, die nur noch als Mikrofilm existiert, ist alphaphonetisch nach Nachnamen und Vornamen geordnet. Beglaubigte Kopien können aus rechtlichen Gründen von den verfilmten Karteikarten nicht erstellt werden.
Wenn Sie eine Auskunft aus den Meldeunterlagen wünschen, stellen Sie bitte eine schriftliche Anfrage (siehe Abschnitt Erste Orientierung).
Für Auskünfte aus den Meldeunterlagen zu Personen, die auch noch nach 1965 in Frankfurt gemeldet waren, ist das Bürgeramt zuständig.
Personenbezogene Fallakten
Die ab ca. 1900 überlieferten Personalakten der Stadt Frankfurt (Bestand A.11.02) wurden bereits zu einem großen Teil in Arcinsys verzeichnet. Zwecks Suche in den noch unvollständigen Buchstaben schreiben Sie uns gerne eine E-Mail.
Diese E-Mail-Adresse verwenden Sie bitte auch für die Bestellung von Fallakten des Jugend- und Sozialamtes (Bestand A.51.03) sowie des Stadtgesundheitsamtes (Bestand A.53.02) und der Städtischen Nervenklinik (Bestand A.53.05). Diese Bestände sind für Externe nicht in Arcinsys sichtbar.
Weitere relevante Bestände für personenbezogene Fragestellungen sind unsere Zeitungsausschnittsammlung zur Personengeschichte (Bestand S2) sowie die NS-Verfolgten-Akten (Bestand A.54.03). Die umfangreicheren Entschädigungsakten werden im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (HHStAW) verwahrt.
Weitere Online-Hilfsmittel
Die folgende Übersicht führt gebührenfreie Online-Hilfsmittel auf, die für zahlreiche Fragestellungen bei der Personenrecherche genutzt werden können. Das Institut für Stadtgeschichte ist nicht für den Inhalt dieser Webseiten verantwortlich.
- „FamilySearch“ (z. B. zur Ermittlung von Lebensdaten)
- „Find a Grave – die größte Grabsammlung weltweit“
- FAZ Lebenswege (Traueranzeigen ab 1980)
- „Shoah Memorial Frankfurt“ (Verfolgte und ermordete Jüdinnen und Juden)
- Gedenkbuch des Bundesarchivs „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“
- „Arolsen Archives“ (u.a. Frankfurter Gestapo-Kartei aus dem Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden)
- Tracing the Past – Mapping the Lives (Verfolgte des NS-Regimes 1933-1945)
- Statistik und Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich